Bakterien - winzige Biester, fatale Folgen


Dass Bakterien im Mittelalter nicht nur einzelne Menschen infizierten, sondern ganze Epidemien auslösten, ist hinlänglich bekannt. Seuchen wie Pest, Lepra und Cholera wüteten in ganz Europa und zwangen Millionen von Menschen aufs Sterbebett. Man sagt den Mikroorganismen sogar nach, dass sie über Krieg und Frieden bestimmt haben. Napoleons Feldzug gegen Russland soll beispielsweise an ihnen gescheitert sein. Es heißt, das Gros seiner Soldaten sei nicht in der Schlacht, sondern dem Fleckfieber zum Opfer gefallen.

Dass sich bakterielle Infektionen im Mittelalter wie ein Lauffeuer ausbreiten konnten, lag nicht nur an der durch Hungersnot geschwächten Menschen. Die Übertragung von Parasiten, vor allem aber die ungenügende Trennung von Trinkwasser und verunreinigtem Grundwasser aus Sickergruben, begünstigten den Kreislauf der Krankheitserreger.

Wenngleich wir dem Mittelalter längst entwachsen sind und heute höchste Hygienemaßstäbe ansetzen - die gesundheitsschädlichen Bakterien konnten wir nicht gänzlich ausrotten.

Die mikroskopisch kleinen Bakterien, gerade mal wenige tausendstel Millimeter groß, verfügen über eine enorme Anpassungsfähigkeit. Mit ihrem Stoffwechsel können sie sich flexibel auf unterschiedliche Lebensbedingungen einstellen, denn sie produzieren jeweils nur das Enzym, das sie für die Verwertung eines Nährstoffes brauchen. Und da sie über ein großes Spektrum an verwertbaren Nährstoffen verfügen, können sie sich den verschiedensten Umweltbedingungen optimal anpassen. Ob in der Arktis, auf dem Meeresgrund oder in großer Lufthöhe - Bakterien überleben fast alle Extreme. Ihre größte Artenvielfalt und Verbreitung ist jedoch im Erdboden zu finden.

Neben ihrer außergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit haben Bakterien die Gabe, sich rapide zu vermehren. Wir Menschen registrieren das, sobald uns ein gesundheitsschädliches Bakterium befällt. Wenn es in unserem Körper optimale Bedingungen vorfindet, dann kann es sich binnen Minuten verdoppeln und innerhalb eines Tages Millionen von Nachkommen produzieren.

Mit Bakterien verbinden wir zumeist Krankheitskeime und vergessen dabei, dass das Gros dieser Mikroorganismen lebensnotwendige Aufgaben erfüllt. Sie dienen uns bei der Herstellung von Milchprodukten, fördern unsere Verdauungsvorgänge, unterstützen die Wiederaufbereitung von Abwässern und wandeln Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelverbindungen in eine Form um, die von der Pflanzenwelt verwertbar und nahrhaft ist. Insofern leisten Bakterien einen großen Beitrag, um den natürlichen Kreislauf und somit lebenswichtige Prozesse in Gang zu halten.

Dennoch - und trotz aller Vorsicht und Hygiene: Auch in der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl gesundheitsschädigender Bakterien. Sie übertragen sich entweder bei direktem Körperkontakt über die Schleimhäute oder per Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen, Sprechen etc.

Die Krankheitskeime unter den Bakterien befallen zumeist bestimmte Organe. So legen sich beispielsweise die Pneumokokken auf die Lunge, die Meningokokken auf die Hirnhaut, die Staphylokokken auf Wunden, die Kolibakterien auf den Dickdarm, um an Ort und Stelle eine Entzündung hervorzurufen.


Fazit:

Vor allem in Räumen, wo viele Menschen arbeiten, ist die Gefahr einer Infizierung nach wie vor groß. Die sorgfältige Hygieneüberwachung trägt dazu bei, dieses Risiko sowie den damit verbundenen Schaden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Grenzen zu halten.

 
 

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