Legionellen - Rebellen in der Lunge


Die Legionella pneumophila ist ein Krankheitserreger, der sich in nahezu jeder Warmwasserleitung nachweisen lässt. In Behältern zur Luftbefeuchtung und in den Leitungsrohren von Warmwasseranlagen können Legionellen monatelang überleben und sich bei einem feuchtwarmen Klima von ca. 40° C bestens vermehren.

Gelangt der Krankheitskeim in die Lunge, so ruft er dort schwere Entzündungen hervor, bekannt als Legionärskrankheit. Legionellen finden den Weg in die Lunge, indem sie durch fein zerstäubte Wassertröpfchen, so genannte Aerosole, eingeatmet werden. Das kann zum Beispiel beim Duschen geschehen. Die Erreger sind gegenüber dem Lungen-Abwehrsystem resistent und lösen eine schwere Infektion aus, deren Symptome einer Lungenentzündung ähneln.

Der erste Ausbruch der Legionärskrankheit wurde 1976 dokumentiert, als sich amerikanische Kriegsveteranen in einem Hotel in Philadelphia trafen. Viele Angehörige dieser "American Legion" klagten über Symptome, die auf eine Lungenentzündung schließen ließen, später aber unter dem Namen Legionärskrankheit zusammengefasst wurden. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Husten, hohes Fieber und Schüttelfrost, im weiteren Verlauf auch Bauchkrämpfe und Durchfall - das sind die typischen Symptome der Legionärskrankheit. Richtig und rechtzeitig behandelt, besteht eine gute Prognose zu ihrer Heilung. Wird sie aber zu spät erkannt oder falsch diagnostiziert, zum Beispiel als Lungenentzündung, so verbreitet sie sich schlimmstenfalls auf den ganzen Organismus, greift das Nervensystem an und wird lebensbedrohlich.

Gefährdet sind vor allem ältere Menschen sowie Personen mit Immunschwäche, Diabetiker, chronisch Lungenkranke und Raucher. In Deutschland erkranken alljährlich 6.000 bis 10.000 Menschen an der Legionärskrankheit, so die Schätzung des Robert-Koch-Instituts.

Im Nordwesten Großbritanniens kam es im Sommer 2002 zu einem alarmierenden Ausbruch der Krankheit, der sich zu einer Epidemie ausweitete. Die Aussagen der Medien über die Zahl der Patienten variierten zwar zwischen 120 und über 200 Fällen, doch eines war unumstritten: Als Infektionsherd ließ sich eindeutig die Klimaanlage eines Bürgerzentrums nachweisen. Aufgrund mangelnder Wartung, insbesondere weil das Desinfektionssystem nicht einwandfrei funktionierte, konnten die Legionellen über die Abluft der Klimaanlage in eine enge Passage geraten und wurden von zahlreichen Besuchern eingeatmet.

Dieses Beispiel macht deutlich, dass eine turnusmäßige Hygieneinspektion unerlässlich ist. Durch die fachgerechte Überprüfung der Desinfektionssysteme und den Einsatz vorgeschriebener Sterilisationsmittel wird die Abtötung dieser gefährlichen Keime gewährleistet und das Risiko einer Infektion minimiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

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